Kurz gesagt
Query Fan-out ist das Verfahren, mit dem eine KI-Suche eine Frage beantwortet. Sie zerlegt die Frage in Teilfragen, schickt dazu viele Suchanfragen gleichzeitig ab und setzt aus den Treffern eine Antwort zusammen. Google beschreibt es für seinen KI-Modus so: die Frage wird in Unterthemen aufgeteilt, und für jedes werden im Namen des Nutzers Suchanfragen ausgelöst. Laut Google nutzen sowohl die KI-Übersichten als auch der KI-Modus dieses Verfahren.
Für deine Seite heisst das: Sie wird nicht mehr nur über den Begriff gefunden, den jemand eintippt. Sie wird über eine Teilfrage gefunden, die die Maschine selbst formuliert hat.
Was sich dadurch ändert
Eine klassische Suche nach “KI-Sichtbarkeit Agentur” liefert eine Trefferliste zu genau diesen Wörtern. Eine Frage an eine KI-Suche lautet eher so: Unsere Geschäftsführung will wissen, ob wir in ChatGPT auftauchen, suche Agenturen, die das analysieren. Daraus werden Suchanfragen zu mehreren Teilthemen, etwa was KI-Sichtbarkeit ist, wie man sie misst, welche Anbieter es gibt und was sie kosten.
Eine Seite, die eine dieser Teilfragen genau beantwortet, kommt in die Auswahl, auch wenn sie den Wortlaut der ursprünglichen Frage nie enthält. Eine Seite, die nur das Stichwort wiederholt, hilft keiner Teilfrage.
Beispiel aus unserem eigenen Bestand
Google weist Einblendungen aus dem KI-Modus und den KI-Übersichten in der Search Console unter den gewöhnlichen Websuchen aus. Wir haben die Suchanfragen von k-i-soft.ch über 90 Tage bis zum 1. Oktober 2026 ausgewertet.
| Befund | Wert |
|---|---|
| Suchanfragen insgesamt | 149 |
| davon ganze Sätze mit zwölf und mehr Wörtern | 14 |
| Einblendungen insgesamt | 5’225 |
| davon über diese 14 Suchanfragen | 284, also 5.4 Prozent |
Die langen Suchanfragen sind vollständige Prompts. Einige enden mit einer Anweisung an die KI, etwa “suche online nach spezialisierten agenturen im dach-raum, die den status quo unserer ki-sichtbarkeit analysieren können, und nenne mir konkrete anbieter”. Die Prompts, die eine Agentur oder einen Anbieter suchen, führten fast alle zur selben Seite, unserer Seite zum KI-Sichtbarkeits-Audit. Einer traf zusätzlich unseren Beitrag zur KI-Auffindbarkeit.
Die häufigste war die Frage “warum erwähnt chatgpt unsere firma nicht, wenn man nach anbietern in unserer branche fragt, obwohl wir zu den etablierten unternehmen gehören?”. Sie erschien an 31 von 35 Tagen zwischen dem 27. August und dem 30. September 2026, mit 117 Einblendungen, jedes Mal im selben Wortlaut. Eine andere Frage kam in drei Fassungen vor, die sich nur in einem Halbsatz unterschieden: Agenturen im DACH-Raum, in der Schweiz, oder ohne Ort.
Ob dahinter Menschen oder Werkzeuge stehen, zeigt die Search Console nicht. Wortgleiche Prompts über Wochen und dieselbe Frage in Varianten sprechen für Werkzeuge, die regelmässig dieselben Fragen stellen, so wie es Dienste zur Überwachung der KI-Sichtbarkeit tun. Ob Google dabei die ursprüngliche Frage ausweist oder die daraus erzeugten Teilanfragen, dokumentiert Google nicht. Wir sehen beides: ganze Prompts und vereinzelt Stichwortketten wie “evaluate the ai visibility products company agent analytics on ai citation analysis”.
Der häufigste Denkfehler
“Wir müssen auf den Begriff optimieren, den unsere Kunden eintippen.”
Bei einer KI-Suche tippt der Kunde einen Satz, und gesucht wird nach etwas anderem. Wer nur das eine Stichwort bedient, fällt bei den Teilfragen heraus. Wer die Teilfragen sauber beantwortet, mit je einem Abschnitt, der für sich allein verständlich ist, wird auch für Fragen ausgewählt, die er nie vorhergesehen hat.
Abgrenzung
Suchbegriff ist das, was ein Mensch bei einer klassischen Suche eintippt. Beim Query Fan-out formuliert die Maschine die Suchanfragen selbst, aus der Frage des Menschen.
Prompt ist die Frage oder Anweisung an das KI-System. Der Fan-out ist der Schritt danach, in dem das System sucht.
Abruf auf Nutzeranfrage ist der Moment, in dem ein KI-System eine gefundene Seite tatsächlich öffnet, etwa unter der Kennung ChatGPT-User. Der Fan-out entscheidet, welche Seiten überhaupt in Frage kommen. Ob sie danach gelesen wurden, steht in den Server-Logs, siehe Verifizierter Crawl.
KI-Crawler holen Seiten auf Vorrat, für Training oder Index. Der Fan-out passiert im Moment der Frage. Mehr unter KI-Crawler.
So prüfst du es selbst
In der Google Search Console unter Leistung, Suchanfragen, kannst du nach einem regulären Ausdruck filtern. Mit dem Filter “Suchanfrage”, “Benutzerdefiniert (regulärer Ausdruck)” und dem Ausdruck ^(\S+\s+){11,}\S+ siehst du alle Suchanfragen mit mindestens zwölf Wörtern. Stell den Zeitraum auf drei Monate und schalte die Spalte Seite dazu.
Achte auf drei Dinge: wie viele ganze Sätze es gibt, welche Seite sie trifft, und ob derselbe Satz an vielen Tagen wortgleich auftaucht. Die Seite, die die Prompts trifft, ist die, die eine Teilfrage beantwortet. Dort lohnt sich jeder zusätzliche Abschnitt, der eine weitere Teilfrage genau beantwortet.
Quellen
Anbieterseiten am 1. Oktober 2026 abgerufen.
- Google, “AI in Search: Going beyond information to intelligence”, 20. Mai 2025: https://blog.google/products/search/google-search-ai-mode-update/
- Google Search Central, AI features and your website, Stand 10. Dezember 2025: https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features
- Eigene Messung, Google Search Console für k-i-soft.ch, 90 Tage bis 1. Oktober 2026