Wer “WordPress nach AWS migrieren” sucht, findet vor allem Anleitungen für einen Umzug: WordPress wird auf einem Server bei AWS neu installiert, die Datenbank kommt mit, die Domain zeigt auf die neue Adresse. Das funktioniert, und danach läuft dasselbe WordPress bei einem anderen Anbieter. Server, PHP, Datenbank, Plugins und Admin-Login sind noch da und wollen gepflegt werden.
Wenn wir von WordPress nach AWS reden, meinen wir etwas anderes. Die Seite wird mit denselben Inhalten und demselben Aussehen neu gebaut, als statische Dateien ausgeliefert, und WordPress wird danach abgeschaltet. Dieser Beitrag beschreibt, wie das abläuft, was es kostet und an welchen Stellen eine solche Umstellung Besucher kosten kann.
Drei Wege, die alle gleich heissen
| Weg | Was danach läuft | Was gepflegt werden muss | Passt, wenn |
|---|---|---|---|
| WordPress auf eigenem Server bei AWS, etwa EC2 oder Lightsail | WordPress, PHP, Datenbank, Betriebssystem | alles wie bisher, dazu der Server selbst | Shop, Mitgliederbereich oder Plugins, ohne die nichts geht |
| WordPress intern, öffentliche Seite statisch exportiert, etwa mit Simply Static | WordPress auf einem nicht öffentlichen Server, davor statische Dateien | WordPress und Plugins, aber ohne öffentlich erreichbaren Login | mehrere Personen pflegen täglich Inhalte |
| Statischer Neubau, WordPress abgeschaltet | nur Dateien, Formulare über eine kleine Funktion | nichts ausser den Inhalten | die Seite ändert sich ein paar Mal im Monat oder seltener |
Der erste Weg ist ein Hosting-Wechsel. Er kann sinnvoll sein, löst aber kein Sicherheitsproblem, weil die Teile, die angegriffen werden, mitumziehen. Der zweite Weg ist ein brauchbarer Kompromiss für Redaktionen, setzt aber voraus, dass jemand den internen Server weiter aktuell hält.
Wir machen den dritten Weg, weil er die Pflegearbeit abschafft, statt sie zu verschieben.
Was es kostet
CHF 4’500 als Festpreis bis 15 Seiten, darüber gestaffelt nach Umfang. Die Umstellung dauert zwei bis drei Wochen. Danach kostet der Betrieb ab CHF 60 pro Monat: Ausliefern, Zertifikat, Überwachung, Sicherung und Wiederherstellung.
Inhaltsänderungen sind darin nicht enthalten. Wir rechnen sie getrennt ab, zum Stundensatz von CHF 140 oder als Kontingent von CHF 180 pro Monat mit zwei Stunden. Wer selten etwas ändert, zahlt nur den Betrieb.
Über drei Jahre gerechnet ist die Migration in Franken oft teurer als ein günstiges WordPress-Hosting mit Wartungsvertrag. Die vollständige Gegenüberstellung steht auf der Seite zum Angebot. Was du für die Differenz bekommst, ist eine Seite, an der nichts mehr veralten kann.
Der Ablauf in drei Schritten
1. Bestandsaufnahme, meist die erste Woche
Zuerst entsteht die Liste aller Adressen, die die alte Seite hat. Das Menü zeigt davon nur einen Teil. Dazu kommen alte Beiträge, Seiten ohne Menüeintrag, PDFs, Bilder, die von anderen Seiten verlinkt werden, und Adressen, die Google noch aus früheren Jahren kennt. Wir ziehen die Liste deshalb aus drei Quellen zusammen: aus der Sitemap, aus der Search Console und aus den Server-Logs der letzten Monate. Die Logs zeigen, welche Adressen tatsächlich aufgerufen werden, auch solche, die in keiner Sitemap stehen.
Danach gehen wir die Funktionen durch: Formulare, Suche, Mehrsprachigkeit, Newsletter-Anmeldung, eingebettete Karten oder Buchungen. Für jede Funktion fällt eine von drei Entscheidungen. Sie wird nachgebaut, durch einen Dienst ersetzt, oder sie fällt weg, weil sie niemand braucht.
2. Aufbau
Die Seite wird als statisches Projekt neu aufgesetzt. Texte und Bilder übernehmen wir aus der alten Seite, Bilder in der Originalauflösung und mit ihren Alternativtexten. Das Aussehen bauen wir nach. Ein neues Design gehört nicht dazu, das wäre ein zweites Thema.
Parallel entsteht die Weiterleitungsliste: jede alte Adresse auf ihre neue, einzeln und dauerhaft. Wo es keine Entsprechung mehr gibt, zeigt die Weiterleitung auf die thematisch nächste Seite. Eine pauschale Weiterleitung auf die Startseite behandelt Google wie eine fehlende Seite.
3. Umstellung
Die neue Seite läuft zuerst auf einer Testadresse, und du nimmst sie dort ab. Danach wechselt der DNS-Eintrag, das Zertifikat wird ausgestellt, und wir rufen jede alte Adresse aus der Liste einmal auf und prüfen, dass sie richtig weiterleitet. Die Sitemap geht neu an die Search Console. Die alte WordPress-Installation bleibt abgeschaltet aufbewahrt, falls in den ersten Wochen etwas nachgezogen werden muss.
In den zwei bis vier Wochen danach beobachten wir in der Search Console den Bericht über nicht indexierte Seiten. Taucht dort eine alte Adresse mit 404 auf, bekommt sie ihre Weiterleitung nachgereicht.
Wo eine Umstellung Besucher kostet
Alte Adressen ohne Weiterleitung. Das ist der häufigste Fehler bei jedem Relaunch, mit oder ohne WordPress. Weitergeleitet werden die Seiten aus dem Menü, und die alten Beiträge, die seit Jahren über externe Links Besucher bringen, enden im 404. Google lässt eine solche Adresse nach einiger Zeit fallen, und mit ihr das, was sie über Jahre an Vertrauen gesammelt hat.
Weiterleitungen, die in einem Plugin gepflegt wurden. Viele WordPress-Seiten verwalten ihre Weiterleitungen über ein Plugin. Die liegen dann in der Datenbank, und mit der Datenbank verschwinden sie. Wir exportieren sie vor dem Abschalten und übernehmen sie in die neue Liste.
Funktionen, die niemand auf der Liste hatte. Ein Plugin, das nebenbei Spam aus dem Formular filtert, oder eines, das Mails an eine zweite Adresse kopiert. Solche Dinge fallen erst auf, wenn sie fehlen. Deshalb gehen wir in der Bestandsaufnahme zusätzlich zu den sichtbaren Funktionen jedes installierte Plugin einzeln durch.
Selbst pflegen. Wer heute täglich selbst Inhalte einstellt, verliert mit WordPress auch das gewohnte Backend. Inhaltsänderungen laufen danach über uns, oder wir klären im Erstgespräch eine Lösung für die eigene Redaktion. Für Seiten, die sich ein paar Mal im Monat ändern, ist das kein Verlust. Für eine Redaktion ist es einer, und dann passt der zweite Weg aus der Tabelle besser.
Warum WordPress dafür abgeschaltet wird
Weil die Teile, die angegriffen werden, mit dem Umzug nicht verschwinden. Auf scmc.ch, das nie WordPress hatte, wurde die Adresse /wp-admin/install.php in 30 Tagen 776 Mal abgefragt, gemessen in den WAF-Logs bis zum 11. September 2026. Geprüft wird flächendeckend, auf jeder Seite, und wer ein WordPress betreibt, beantwortet diese Anfragen. Mehr dazu in Wir sind doch kein Ziel und in Was die Schweizer Behörden zu WordPress warnen.
Eine statisch ausgelieferte Seite hat diese Pfade nicht. Die Anfragen laufen ins Leere, und es gibt kein Update, das an einem Freitagabend eingespielt werden muss.
Wann wir davon abraten
Ein Shop, ein Mitgliederbereich und eine Redaktion, in der mehrere Personen täglich arbeiten, passen nicht in diesen Festpreis. Das ist ein eigenes Projekt mit eigener Offerte, und manchmal ist der erste oder der zweite Weg aus der Tabelle dafür die ehrlichere Antwort.
Am anderen Ende steht die Visitenkarte. Wenn die Seite zeigt, wer ihr seid, und sonst nichts über sie läuft, rechnet sich die Migration in Franken meist nicht. Sie lohnt sich, wenn ein Vorfall dich etwas kostet: wenn Kundendaten über ein Formular oder einen Upload laufen, wenn Anfragen oder Buchungen darüber kommen.
So fängst du an
Der kostenlose Risiko-Check zeigt in etwa 30 Sekunden, wie deine Seite von aussen aussieht: ausgelieferte WordPress-Version, offen erreichbare Standardpfade, fehlende Sicherheits-Header und ob KI-Systeme lesbaren Inhalt vorfinden. Danach klären wir in einem halbstündigen Gespräch, ob sich die Migration für dich lohnt.
Häufige Fragen
Was kostet es, WordPress nach AWS zu migrieren?
Bei uns CHF 4’500 als Festpreis bis 15 Seiten, darüber gestaffelt nach Umfang. Die Umstellung dauert zwei bis drei Wochen. Danach kostet der Betrieb ab CHF 60 pro Monat. Inhaltsänderungen rechnen wir getrennt ab, zum Stundensatz von CHF 140 oder als Kontingent von CHF 180 pro Monat mit zwei Stunden.
Läuft WordPress danach bei AWS weiter?
Bei unserem Weg nicht. Die Seite wird mit denselben Inhalten und demselben Aussehen statisch neu gebaut, und WordPress wird danach abgeschaltet. Es bleibt kein Server, keine Datenbank und kein Admin-Login, der gepflegt werden muss. Wer WordPress auf einem Server bei AWS weiterbetreibt, wechselt nur den Anbieter des Servers.
Verliere ich bei der Umstellung Besucher aus Google?
Das Risiko liegt fast immer bei alten Adressen ohne Weiterleitung. Wir stellen die Liste aus drei Quellen zusammen: Sitemap, Search Console und Server-Logs. Jede alte Adresse bekommt eine dauerhafte Weiterleitung auf die neue, und nach der Umstellung beobachten wir die Search Console zwei bis vier Wochen lang. Positionen in Google versprechen wir nicht, die hängen nicht allein an der Technik.
Für welche WordPress-Seiten eignet sich das nicht?
Für einen Shop, einen Mitgliederbereich und für Seiten, an denen mehrere Personen täglich Inhalte pflegen. Das passt nicht in den Festpreis und ist ein eigenes Projekt mit eigener Offerte. Und für eine reine Visitenkarte, über die nichts läuft, rechnet sich die Migration in Franken meist nicht. Das sagen wir im Erstgespräch.
Quellen
- Eigene Messung, WAF-Logs von scmc.ch, 30 Tage bis 11. September 2026
- Preise und Ablauf: WordPress nach AWS, Stand 21. September 2026
- Begriffe zum Thema: Scanner, JavaScript-Hülle